Sunday, April 30, 2006

8 months ago....

oh my..i had such a hard time writing this in proper german...oh well i made it!it s gonna be on the kanti homepage pretty soon too i guess...
------


Canadian eh?!

Nun habe ich in meinem kanadischen Alltag auch endlich einmal zeit gefunden um einen Bericht zu schreiben, damit ihr euch ein bisschen vorstellen könnt, wie es sich hier so lebt.
Ich habe in den letzen acht Monaten mehr neues erlebt, als in meinem ganzen Leben zuvor und weiss darum gar nicht wirklich wo ich anfangen soll…
Ich wohne hier in Maple Ridge, einer kleineren Stadt im Tal des Fraser River, im Westen Kanadas. Maple Ridge liegt in der Provinz British Columbia und ist mit dem Auto etwa vierzig Minuten von Vancouver entfernt, was für kanadische Verhältnisse gar nichts ist. Meine kanadische Familie meinte auch das Leisure Centre ist gleich um die Ecke, wobei ich erst mal mindestens eine halbe Stunde laufen muss, um zu irgendetwas anderem als Bäumen und Häusern zu kommen. Ja, die kanadischen Grössenverhältnisse waren anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig. Ansonsten gefällt mir die Gegend hier ziemlich gut! Ich bin froh, so nahe an Vancouver zu wohnen, denn ich liebe diese Stadt mit einem Strand am Meer und den Bergen im Hintergrund.

Nach meiner Ankunft im September hatte ich noch einige Tage frei bis das Schuljahr anfing. Mein erster Schultag war im Loon Lake Provincial Park, wo ich an einem Informationstreffen für Internationale Schüler teilnahm.
Der Schulalltag hat dann so seinen Lauf genommen. Die erste Klasse fängt morgens um 8.28 an, wobei ich zweimal pro Woche um sieben Uhr da sein muss, da ich in der Concert Band der Schule bin. Es gibt an meiner Schule keine Uniform, dafür aber einen gewissen Dresscode. Hier gelte ich als Grade 11 Student, obwohl ich jedoch fast nur Grade 12 Kurse habe. Insgesamt wählt man acht Fächer. An einem Tag habe ich vier und am nächsten Tag die anderen vier und so geht das dann weiter. In der Kanti schienen mir teilweise einige Stunden etwas lange, wenn ich hier aber in einer 76-minütigen Lektion sitze, dann sieht das nochmals etwas anders aus…
Nach Schulschluss um 2.29 finden dann die verschiedenen Trainings der Schoolteams statt.
Viele Kanadier lieben Sport und da ich selber auch Spass an Sport habe, war dies natürlich eine gute Möglichkeit neue Leute kenne zu lernen. So besuchte ich Volley, Fieldhockey, Cross Country und bis zum Ende des Schuljahres gehe ich noch zu Track and Field. Spätestens an Wettkämpfen bekommt man dann den echten Highschoolspirit zu spüren was für mich eine tolle Erfahrung war.

Ich wusste, dass Kanada ein Land ist, indem enorm viele verschieden Kulturen zusammen treffen. Dass dann aber an meiner Schule so viele Asiaten und andere Nationen sind, hätte ich wiederum auch nicht erwartet. Nicht dass das schlecht ist, im Gegenteil: Durch das habe ich auch Freunde aus Mexiko, Japan, China und Korea gefunden und lerne auch etwas aus deren Kultur kennen, während sie wiederum vom Schweizerdeutsch ganz fasziniert sind…

Im Herbst gab es eine Zeit, da hat es einfach Wochelang nur geregnet. Wir haben dieses Jahr sogar fast einen Rekord gebrochen mit 29 Tagen konstantem Regen. Meine kanadische Familie hat nicht mal einen Regenschirm, weil die mit diesem Wetter aufgewachsen sind und in der Schweiz regen wir uns schon auf, wenn es zwei Tage regnet…
Bald stand schon das erste kanadische Fest vor der Tür: Thanksgiving. Traditionsgemäss gab es ein riesengrosses Nachtessen mit Turkey.
Genau drei Wochen später gab es schon wieder was zu feiern, diesmal Halloween. Alle Geschäfte waren überfüllt mit Kostümen jeglicher Art, jeder kam verkleidet zur Schule und es gab sogar eine Modeschau während der Mittagspause.
Bald war schon Dezember und ich ging mit meiner Familie einen echten Tannenbaum in der Natur absägen. Am Abend des 25. Dezember gab es wiederum ein grosses Dinner mit Turkey, wobei die ganze Familie zusammenkam.

Die kalten und schneereichen Wintermonate nutze ich, um öfters mal mit Freunden Snowboarden zu gehen. Man kann sogar auf einigen Bergen in Nordvancouver Skifahren, was wirklich nicht weit entfernt ist.
Im Januar kamen eine Freundin und ich an den Wochenenden zu einem freiwilligen Job. Wir organisierten einige Aktivitäten für koreanische Primarschüler. Zeigten ihnen die Sehenswürdigkeiten von Vancouver, brachten ihnen etwas Skifahren bei und begleiteten sie nach Victoria, was auf Vancouver Island liegt.
Dies war auch eine wunderbare Gelegenheit für eine weitere gute Erfahrung.
Im Februar konnte ich eine Freundin auf Saltspring Island besuchen. Das ist eine kleine Insel zwischen dem Festland und Vancouver Island, auf der es sich so richtig kanadisch lebt. Um dort zur Schule zu gelangen muss man jeden Morgen erst mal eine Stunde laufen. Links und rechts sieht man nichts anderes als Tannenbäume und geradeaus liegt die Strasse, die einem endlos erscheint. Obwohl es hier normal ist, überall von den Eltern hingefahren zu werden, vermisse ich die SBB und das Postauto!

Hier ist es üblich öfters mal mit einer Klasse einen Fieldtrip zu machen. So hatte ich die Möglichkeit für Windsurfing (ja in Kanada hat’s sogar echten Sandstrand!), Bowling, Curling, Ice-Skating und mit meinem Spanischkurs kam ich sogar bis nach Mexiko! Dort verbrachte ich zweieinhalb Wochen in einer nochmals total anderen Kultur. Die herzliche Art und die Offenheit der Mexikaner werde ich nie vergessen!
Es ist mir aber auch aufgefallen, dass auch die Kanadier sehr offen und freundlich sind. Man wird hier in jedem Laden mit einem freundlichen ’’Hey, how are you?’’ oder ’’Hey, what’s up?’’ angesprochen.

In knapp zwei Monaten ist hier Grad und da wird nochmals richtig viel gefeiert. Kanadier überlegen sich dafür schon drei Monate im Voraus, welches Kleid sie tragen und wie sie sich die Haare machen…
Ende Juni ist dann das Schuljahr zu Ende. Anschliessend fahre ich dann mit meiner kanadischen Familie noch in die Ferien und komme dann Ende Juli zurück in die Schweiz.
Darauf freue ich mich sehr, obwohl ich viel von meinem kanadischen Leben hier vermissen werde.
Ich habe während den vergangenen acht Monaten nie bereut nach Kanada zu kommen und rate deshalb allen, die die Gelegenheit haben so etwas zu machen, sollten diese unbedingt nutzen!
Keep in mind that nothing is good or bad, it’s just different!

Viele liebe Grüsse aus Kanada!

Take care and I’ll talk to you soon,

Christina Knecht

0 Comments:

Post a Comment

<< Home